- Entwicklung und Perspektiven 2021 als PDF zum Download

Im Hinblick auf die Entwicklungsmöglichkeiten des Verkehrslandeplatzes Schäferhaus sind zunächst einige Bemerkungen zu den Nutzungsmöglichkeiten der unmittelbar benachbarten Flugplätze notwendig, um den Sachstand zu verdeutlichen.

Die lange Zeit diskutierte zivile Mitnutzung des Militärflugplatzes SchleswigJagel hat sich als nicht realisierbar herausgestellt.

Der Flugplatz Husum-Schwesing bietet aufgrund der geografischen Lage und des nicht erkennbaren Nutzerpotentials keine Alternative gerade für den wirtschaftlich motivierten Flugverkehr der Region nördliches Schleswig-Holstein.

Der Flugplatz Padborg-Bov (DK) bietet nicht mehr die notwendigen Infrastrukturvoraussetzungen für einen wirtschaftlich motivierten Flugverkehr. Auf dem Flugplatz werden nun Auto- und Motorradrennen ausgetragen.

Der Flugplatz Sonderburg (DK) stellt mit der vorhandenen Infrastruktur, dem IFR und der täglichen Linienverbindung nach Kopenhagen eine gute Ergänzung zum Verkehrslandeplatz Flensburg-Schäferhaus dar.

Mittels einer aus INTERREG-Mitteln geförderten Studie sollten die rechtlichen, organisatorischen und ökonomischen Voraussetzungen geprüft werden, den Flugplatz Sonderburg zu einem gemeinsamen grenzüberschreitenden binationalen Flughafen für die gesamte Region Sønderjylland-Schleswig auszubauen - so formuliert im Antragstext. Insbesondere sollte geprüft werden, ob sich für die Einrichtung neuer Linienanbindungen in nordeuropäische und deutsche Ballungsräume eine genügende Nachfrage generieren ließe.

Die Ergebnisse der Studie wurden im August 2012 vorgelegt. Danach sei ein genügendes Nachfragepotenzial für die tragfähige Etablierung zusätzlicher Linienverbindungen von Sonderburg in europäische Zentren vorhanden. Dieses ließe sich mit einem erheblichen Marketingeinsatz mobilisieren, würde allerdings zu Lasten Billunds (DK) und Hamburgs gehen – so die Studie. Derzeit bestehen mehrere Tagesverbindungen nach und von Kopenhagen. Zusätzliche Linien in andere Zentren konnten bisher nicht eingerichtet werden. Aktuell (Stand: 12/2020) sucht die Kommune Sonderburg einen Investor, der den Flugplatz für den symbolischen Preis von 1 DKR übernimmt, den Betrieb aber weiter garantiert. Der Presse war zu entnehmen, dass der Danfoss-Konzern den Flugplatz erworben haben soll.

Der Verkehrslandeplatz Flensburg-Schäferhaus hat nicht nur für Flensburg, sondern für die gesamte Region Schleswig-Holstein Nord erhebliche regionalwirtschaftliche Bedeutung. Konfliktpotenziale mit Anliegern bzw. Umweltschutzbedürfnissen sind ausgeräumt und auch für die absehbare Zukunft nicht erkennbar.

Für den Aufbau eines Linienverkehrs von Flensburg ist die Nachfrage aus der Region allerdings nicht ausreichend. Sonderburg (Zubringer Kopenhagen) und Billund (DK) sowie Hamburg bieten ausreichend Kapazitäten an.

Vor diesem Hintergrund ist die Sicherung der notwendigen Infrastrukturen am Verkehrslandeplatz Flensburg-Schäferhaus unter Berücksichtigung eines angemessenen und sparsamen Mitteleinsatzes zum Erhalt und Ausbau der wirtschaftlichen Aktivitäten in der Region weiterhin klarer Auftrag an die FFB GmbH. Die Ratsversammlung der Stadt Flensburg hat dieses erkannt und mit der Verlängerung des Pachtvertrages bis 2034 sowie der Integration der FFB GmbH in den Konzern Stadtwerke Flensburg GmbH die Flugplatznutzung langfristig gesichert.